Nur Natur?

Dauer:
17. Mai bis 28. Juni 2020
Eröffnung:
Sonntag, 17. Mai 2020 - 15:00 Uhr
Pressemitteilung:

                         

Die KunstMühle Mürsbach, die sich auf Ihre Fahnen geschrieben hat, Ausstellungen mit nationalen und internationalen Künstlern zu kuratieren, bietet in ihrer neuen Ausstellung ausschließlich Künstlern aus der Region ein Podium.

4 Künstler/innen des BBK Oberfranken zeigen ihre Werke und stellen die Frage: „Nur Natur?“.

Die Künstlerinnen Claudia Hölzel, Cornelia Morsch und die Künstler Peter Schoppel und Gerhard Schlötzer zeigen zu diesem Thema Textilarbeiten, Zeichnungen, Kaltnadelradierungen, Malerei und Fotografie.

Claudia Hölzel findet bei Waldspaziergängen und intensiven Naturbeobachtungen die Grundlage für ihre Arbeit. Die Vielzahl an pflanzlichen Strukturen und die große Bandbreite der Farbe Grün werden in textile Farbkompositionen umgesetzt. Zum Einsatz kommen unterschiedliche Materialien, bemalt, gefärbt, gefaltet, geschichtet, gerissen und plastisch ausgeformt. Die Arbeiten geben kein reales Abbild, sondern die subjektiv empfundene Stimmung des Erlebten wieder.

Cornelia Morsch zeichnet Naturobjekte in Anlehnung an Ernst Haeckels „Kunstformen der Natur“. Sie zeichnet mit feinsten Strichen, die dicht nebeneinander liegen in einer genau abgestimmten Farbigkeit.  Ihre Zeichnungen kann man aber nicht nur als bloße Darstellung betrachten. Sie sind Metaphern oder Symbole für die Schöpfung. Mit einer ausgesprochen sinnlichen Gestaltung der Darstellungen werden die Naturobjekte erlebbar. Wahrnehmungen und Empfindungen menschlichen Seins fließen in ihren künstlerischen Schaffensprozess ein. Wenn Cornelia Morsch zeichnet, versenkt sie sich in das „Wesen“ ihrer Gegenstände. So öffnen sich neue Betrachtungsräume.

Peter Schoppel arbeitet mit „Rasterungen“. Für ihn ist das ein System, in dem er Phänomene und Vorgänge hinterfragt, ordnet und bewertet. Vornehmlich in Quadratstrukturen untersucht er Motiv-, Farb- und Formatzusammenhänge sowie deren Ordnung. Im Dialog zwischen Natur und Technik, zwischen Regelmäßigkeit und Chaos wird hier das Wegnehmen vom Ausgangspunkt zu einem Abbild im poetischen Sinne. Er zeigt einen 11-teiligen Radierzyklus, Kaltnadelradierungen auf Rhenalon, gedruckt auf Büttenkarton.

Gerhard Schlötzer arbeitet mit analoger Fototechnik, entwickelt im eigenen Labor. Mit der Werkreihe „Baum im Raum“ zeigt er beeindruckende Foto-Collagen, die in Naturschutzgebieten entstanden sind. Etliche Einzelaufnahmen eines Objektes, die durch den schwarzen Rand des Negativs als Bild für sich angesehen werden können, komponiert er zu einem Gesamtbild, das dessen komplexere Realität darstellt. Schlötzer geht davon aus, dass der Eindruck, den man von einem Raum hat, eine Erinnerungsleistung unseres Gehirns ist. Aus vielen Detailblicken synthetisiert unser Wahrnehmungsapparat unsere Vorstellung von Raum. Er nutzt dieses Wissen bei der Verteilung seiner Einzelaufnahmen. Ziel ist hier die spannungsreiche Verteilung von Flächen mit dem Ziel, der Außenform kalligraphischen Schwung zu verleihen.